Nasomatto Micodelirio
Dass das italienische Avantgarde-Haus Nasomatto gerne Grenzen überschreitet, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein, und der erdige, von Umami geprägte Duft Micodelirio bildet keine Ausnahme. Der Name setzt sich aus den beiden Wörtern mico (Pilz oder die Lehre von Pilzen) und deliri (Delirium, Wahnsinn, Halluzination) zusammen. Schöpfer Alessandro Gualtieri spielt hier auf magische Pilze sowie auf die halluzinogene, verwirrende Erfahrung an, tief im Wald die Kontrolle zu verlieren.
Erneut werden wir von einem spektakulären Verschluss begrüßt, der diesmal an eine Kreuzung aus Baumstumpf, unbekanntem außerirdischem Wesen und Pilz erinnert. Der Pilz soll zugleich die Hauptzutat dieser ungewöhnlichen, aber faszinierenden Komposition sein, in der Gualtieri uns auf eine Reise durch eine dunkle, geheimnisvolle und sumpfige Landschaft mitnimmt – wild und nahezu undurchdringlich.
Wie gewohnt verrät Gualtieri keine Duftnoten, doch das Parfum eröffnet feucht, moosig und waldartig, bevor es in leicht bittere, wachsartige Zitrusschalen übergeht. Der Pilz begleitet uns durch sämtliche Schichten des Duftes – bis hin zur Basis, wo grüne, dunkle und holzige Akkorde uns noch tiefer in das Herz des Urwaldes führen. Wie die meisten Kreationen von Nasomatto fordert auch dieser Duft heraus und zieht zugleich in seinen Bann. Er richtet sich an Kenner von Nischenparfums, die nach Erfahrungen jenseits traditioneller Grenzen suchen.