Gillettes Rasierklingen – von Sensor Excel bis SkinGuard
Gillette ist einer der größten Hersteller von Rasierklingen für das sogenannte "Mehrklingensystem". Mit der Weiterentwicklung der Klingen- und Rasiertechnologie wächst auch das Sortiment stetig weiter. Werfen wir daher einen genaueren Blick auf die verschiedenen Klingenmodelle und darauf, was sie voneinander unterscheidet.

Zusammenfassung
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Die verschiedenen Rasierklingen von Gillette unterscheiden sich vor allem in Anzahl der Klingen, Technologie und Komfortfunktionen – von einfachen Zweiklingensystemen bis hin zu fortschrittlichen Mehrklingensystemen mit Fokus auf Präzision und Hautschutz.
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Mach3 und seine Weiterentwicklungen bieten eine Balance zwischen Gründlichkeit und Kontrolle, während die Fusion-Serie mit mehr Klingen eine besonders hautnahe und technologisch fortschrittliche Rasur ermöglicht.
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Jede Klingenserie benötigt einen kompatiblen Rasierergriff, und die Wahl hängt letztlich von Hauttyp, Bartwuchs und den persönlichen Vorlieben zwischen Komfort und maximaler Gründlichkeit ab.
Ein früher Erfolg: Sensor Excel
Der erste große Erfolg von Gillettes Mehrklingensystem kam mit dem zweiklingigen Sensor Excel. Er war der erste Rasierer mit einem Zweiklingen-Kopf und flexiblen „MicroFins“, die den Komfort verbessern und die Haut straffen. Viele Nutzer mit starkem Bartwuchs sind bis heute der Meinung, dass diese frühe Gillette-Variante viele der späteren Modelle übertrifft – nicht zuletzt, weil sie so effizient rasiert, ohne dass viel Druck ausgeübt werden muss. Ein echter Klassiker also.
Mach3
Dann kommen wir zu der Technologie, die alles revolutionierte und bis heute als Gillettes grundlegender Standard gilt – Mach3. Im Grunde handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Sensor-Technologie. Das Prinzip bleibt ähnlich, doch statt zwei Klingen kommen nun drei zum Einsatz. Während beim Sensor der Schwerpunkt in der Mitte der Klinge liegt, befindet er sich beim Mach3 an der Basis entlang der Kanten. Gillette führte außerdem einen Lubra-Strip ein, um die Rasur angenehmer zu gestalten, während die Schärfe der Klingen durch eine sogenannte DLC-Beschichtung verbessert wurde. Der große Vorteil: Egal, wo auf der Welt man sich befindet, Mach3-Klingen sind nahezu überall erhältlich.
Das Konzept wurde anschließend mit dem Mach3 Turbo weiterentwickelt, dessen drei Klingen dünnere und flexiblere Mikrolamellen erhielten als der ursprüngliche Mach3. Durch das Anheben der Barthaare und ein tieferes Rasieren sollte ein noch besseres Ergebnis erzielt werden. Auch der Lubra-Strip wurde mit Inhaltsstoffen wie Aloe Vera und Vitamin E verbessert.
Der Nachteil von Gillettes Mehrklingensystemen bestand nun allerdings darin, dass jedes neue Klingenmodell einen neuen Rasierergriff erforderte. Jedes System besitzt also seine eigene Halterung. Man kann daher keine Mach3-Klinge auf einem Sensor- oder Fusion-Griff verwenden und umgekehrt. Zudem sind die Meinungen über die Rasurqualität des Mach3 im Vergleich zu seinem Vorgänger weiterhin geteilt. Einige Rasur-Enthusiasten sind der Ansicht, dass die Sensor-Klingen trotz der einfacheren Technologie gründlicher und effizienter rasieren, während der Mach3 den Nutzer eher dazu verleitet, mehr Druck auszuüben, was wiederum das Risiko von Hautirritationen erhöht. Die Debatte hält jedoch bis heute an.
Die Fusion-Serie
Fusion/Fusion5: Dann kam Fusion – der neue Standard mit fünf sehr eng aneinanderliegenden Klingen. Die größte Neuerung bestand neben der höheren Anzahl an Klingen und deren enger Platzierung in einem Präzisionstrimmer auf der Rückseite des Rasierkopfes für schwer erreichbare Stellen sowie zum Trimmen von Koteletten, Bart und Gesichtshaaren. Hinzu kam ein sogenannter Flexible Comfort Guard mit 15 weichen und flexiblen Mikrorippen für eine angenehmere Rasur.
Danach folgten weitere Weiterentwicklungen der Fusion-Technologie, alle kompatibel mit derselben Halterung. Von diesem Zeitpunkt an ging die Entwicklung rasant weiter – mit neuen Innovationen und Spezialvarianten, die im Gegensatz zu den Standardmodellen von Mach3 und Fusion oft nur in besser sortierten Geschäften erhältlich waren. Zunächst erschien Fusion5, bei dem die Klingen dünner, der Kopf leichter und der Lubricate-Strip erweitert wurde.
Fusion ProGlide/ProShield: Der nächste Schritt bestand darin, den Rasierkopf beweglicher zu machen. Mit Fusion ProGlide und ProShield ging Gillette noch weiter und verlieh den ersten vier Klingen des Fünfklingenkopfes ihr bislang dünnstes Profil. Gleichzeitig wurde die innovative FlexBall-Technologie eingeführt, bei der sich der Rasierkopf seitlich bewegen kann und so den Gesichtskonturen besser folgt, um maximalen Kontakt zu gewährleisten. Mit ProGlide führte Gillette außerdem einen MicroComb ein, der die Barthaare besser führt und anhebt. ProShield setzte zusätzlich auf eine Lubricate-Technologie, die die Haut nicht nur während der Rasur, sondern auch danach mit Feuchtigkeit versorgt.
Fusion Power: Die Innovationen gingen weiter. Mit den verschiedenen Modellen der Power-Serie führte Gillette unter anderem einen batteriebetriebenen Motor im Rasierergriff ein, der mithilfe von Mikroimpulsen die Reibung reduzieren und den Rasierkopf sanfter gleiten lassen sollte. Wie bei vielen technischen Neuerungen scheiden sich hier die Geister: Einige Nutzer empfinden dies als deutliche Verbesserung des Rasurerlebnisses, während andere die Einfachheit der ursprünglichen Modelle ohne Motor bevorzugen.
Gillette SkinGuard
Die neueste Ergänzung im Gillette-Sortiment ist der sogenannte SkinGuard-Rasierer, der speziell für empfindliche Haut entwickelt wurde und das Risiko von Rasurbrand und Rasierpickeln minimieren soll.
Was nahezu alle Varianten des Mehrklingensystems gemeinsam haben, ist die Funktionsweise der Klingen: Sie heben das Haar zunächst an, schneiden einen Teil davon ab und lassen den verbleibenden Rest anschließend wieder unter die Haut zurückgleiten. Im ungünstigsten Fall können dadurch Rasierpickel und andere Probleme entstehen, wenn der Haarfollikel blockiert wird. Mit SkinGuard kehrte Gillette wieder zu einem Zweiklingensystem zurück – allerdings mit dem Unterschied, dass die Klingen weiter voneinander entfernt sind. Dazwischen befindet sich ein Kunststoffsteg, der die Haut glättet, während die Klingen selbst so konstruiert sind, dass sie weniger stark auf die Haut drücken und dadurch weniger Irritationen verursachen. Laut vielen Testern, die den Rasierer bereits ausprobiert haben, könnte dies das beste Produkt sein, das Gillette seit dem zweiklingigen Sensor Excel entwickelt hat – der einzige mögliche Nachteil ist der Preis der Klingen.