preisunterschiede bei parfums – warum?

Verfasst von GlenN lauritz andersson & denis vasilije, Duft­experten

Warum kosten manche Parfums mehr als andere und welche Faktoren bestimmen die Preisgestaltung verschiedener Marken? Es ist ein komplexes Thema – und doch etwas, das viele beschäftigt. Werfen wir einen Blick auf einige mögliche Erklärungen für dieses Phänomen.

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Zusammenfassung

  • Preisunterschiede bei Parfums hängen vor allem von Markenpositionierung, Produktionsvolumen und Zielgruppe ab.

  • Nischenparfums verwenden häufig exklusivere Rohstoffe, kleinere Produktionsmengen und stärkeres Storytelling, was den Preis erhöht.

  • Auch Qualität der Inhaltsstoffe, Konzentration und Flakondesign beeinflussen den Endpreis.


Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie für ein Parfum mehrere tausend Kronen bezahlen, während andere im Regal nur einige hundert kosten? Oft hört man das Argument: Je teurer, desto höher die Qualität und Konzentration – doch das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich ist das Thema komplexer.

Höhere Preise findet man meist bei sogenannten Nischen-Marken – also Herstellern, die sich (im Gegensatz zu sogenannten Designer-Marken) ausschließlich auf die Herstellung von Parfum konzentrieren. Hier spielt unter anderem die Verfügbarkeit eine Rolle. Nischenproduzenten richten sich in der Regel an ein kleineres Publikum mit individuellerem Geschmack, was geringere Produktionsmengen und damit höhere Kosten bedeutet.

Designer- oder große kommerzielle Marken produzieren hingegen in hohen Stückzahlen für eine breitere Kundschaft, die möglicherweise nicht ihr gesamtes Gehalt für einen Duft ausgeben möchte. Deshalb müssen sie ein bestimmtes Preisniveau halten, während große Produktionsmengen die Kosten senken.

Nischenhersteller erzielen zudem keine Einnahmen aus anderen Produktkategorien wie Kleidung oder Accessoires. Alle Ressourcen fließen in Entwicklung und Produktion des Parfums selbst. Zusätzliche Margen aus anderen Verkäufen gibt es nicht.

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Ein weiterer Faktor ist die Exklusivität. Der Preis signalisiert hier ein luxuriöses Profil – dass Sie etwas Extravagantes und vielleicht auch Außergewöhnliches erwerben, das Sie von anderen abhebt. Nischenmarken können experimenteller arbeiten, mit Noten und komplexen Duftkompositionen, die eine Kundschaft ansprechen, die mehr als Mainstream sucht. Gleichzeitig kann klassische Eleganz angestrebt werden, die Qualität vermittelt.

Manche Marken betonen ihre Tradition, wie Creed, Penhaligon's, Floris und Eight & Bob, andere setzen auf Storytelling, wie Floraïku und LENGLIN. Das Parfum oder die Marke wird mit einer Geschichte verknüpft, die ein persönliches Gefühl hervorrufen soll – speziell für Sie.

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Wird Exklusivität mit kostbaren Rohstoffen und begrenzter Verfügbarkeit kombiniert, können die Preise extreme Höhen erreichen. Oud – das Öl aus dem bedrohten Agarholzbaum in Asien – wird zum Goldpreis gehandelt und gilt in seiner reinsten Form als äußerst wertvoll. Je höher und reiner der Oud-Anteil im Flakon, desto höher der Preis. Ein extremes Beispiel ist vermutlich das japanische Di Ser Kyara, dessen Anteil an inzwischen ausgestorbenem Kyara-Oud den Preis deutlich erhöht, da es nicht mehr nachgepflanzt werden kann – die verbleibenden Bestände sind die letzten Chargen.

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Teurere Parfums müssen – entgegen der landläufigen Meinung – nicht zwangsläufig eine bessere Performance haben als günstigere. Zwar können bestimmte Noten in Form reiner Extrakte (häufiger bei Nischenmarken) anders wirken als synthetische Stoffe, und stark konzentrierte Düfte wie jene von Profumum Roma oder Nasomatto können regelrechte Duftbomben sein. Doch Haltbarkeit und Performance hängen oft ebenso von Ihrer individuellen Hautchemie ab.

Dies sind einige Erklärungen für Preisunterschiede – auch wenn sie das Thema bei Weitem nicht vollständig abdecken. Viele Faktoren wirken zusammen, und es gibt möglicherweise weitere, die hier nicht genannt wurden. Zudem haben Designer-Marken zunehmend Nischenkollektionen mit höherem Preisniveau eingeführt, die sich an ein selektiveres Publikum richten.

Eine Tendenz ist jedoch klar: Das Interesse an persönlicheren Düften statt Massenproduktion wächst. Mit einem Nischenparfum erhalten Sie ein einzigartigeres und komplexer aufgebautes Dufterlebnis – abgestimmt auf Ihren persönlichen Geschmack und Ihre Hautchemie.

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